Lieber Racialprofiling als Massenvergewaltigung


Liebe Frau von Storch,

oft standen wir vor der Frage, was wohl die größere Gefahr für unsere schöne deutsche Sprache und damit unsere schützenswerte Kultur ist:

A: Flüchtlinge
B: Twitternde Führungspatrioten
C: Facebookende Aufrechtdeutsche

Nach ausgiebiger Recherche können wir mittlerweile A ausschließen, sind aber bei B und C uneinig. Das Gefahrenpotenzial ist höchstwahrscheinlich bei beiden Gefährdergruppen vergleichbar hoch. 

„Statt ‪#racialprofiling‬ lieber Massenvergewaltigung d[eu]t[scher] Frauen zulassen.[ ]Kann man unterstützen[…][, ][i]st [aber eine ]Abwägungsfrage. W[f][e]W[–] Was[ für ][e]in[ ]Wahnsinn[!]”

Ein paar Fragen und Anmerkungen hätten wir zu Ihrem Gezwitscher jedoch noch:

1. Sie sind da nicht ganz auf dem Laufenden. In Köln führte kein „Racialprofiling” zum Erfolg, sondern das gezielte Aussortieren von Menschen mit starkem Alkoholkonsum und Aggressionspotenzial. Denn schließlich wurde in Köln nicht etwa nach ethnischen Merkmalen aussortiert. Es war reiner Zufall, dass es in erster Linie sogenannte Nafris betraf. Aber es ist ja auch allseits bekannt, dass die Deutschen ein absolut abstinentes und friedliebendes Völkchen sind, von welchem keine Gefahr ausgeht. 

2. Von welcher „Massenvergewaltigung” sprechen Sie? Laut Staatsanwaltschaft lagen Anzeigen zu fünf Vergewaltigungen und 16 versuchten Vergewaltigungen vor. Also nicht, dass wir uns falsch verstehen, die Taten sind abscheulich und es gab auch weitere ebenso verachtenswerte sexuelle Übergriffe. Was uns nur stutzig macht ist die Terminologie „Massenvergewaltigung”. Ich meine, nicht, dass sie noch verdächtigt werden, bewusst Tatsachen zu verfälschen, um Propaganda zu betreiben, indem sie gezielt Menschen täuschen. 

Wahnsinnige Grüße. 
Ihre
#HoGeSatzbau

Quelle:
twitter.com/Beatrix_vStorch/status/815719725078577153